Die Sippe ist die Keimzelle der Pfadfinderarbeit. In ihr werden die Pfadfinder und Pfadfinderanwärter ausgebildet und lernen Gemeinschaft. Jeder in der Sippe ist für das Gelingen von Aktionen der Sippe verantwortlich. Wenn einzelne aus der Sippe nicht mitziehen kann die Sippe nicht richtig arbeiten. So wird jedem Mitglied ein maximum an Verantwortung übergeben. Dadurch ist die Motivation höher und die einzelenen werden besser auf zukünftige Aufgaben vorbereitet.
Das Oberhaupt einer Sippe ist ihr Sippenführer (kurz SiFü). Er hat bei Aktionen die Verantwortung über seine Sipplinge. Er leitet sie an und bringt ihnen alles bei was wichtig ist. Als Orientierung hat er die Bundesprobenordnung.
Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch
Artikel zu den Sippen allgemein
Fahrtenbericht Sommerfahrt 2011 Schweden der Domfalken Teil 1
Als erste Sippe sind wir aus dem Sitz aller Neulinge und Nichtfahrer aufgebrochen. Doch nur schwer lässt sich die Entfernung zu Attorp, bei relativ großer Sonneneinstrahlung und ungewohnt hoher Traglast, vergrößern. So vergrößert sich die Zeit zu unserer ersten großen Pause, in der wir das uns im Lager nicht mehr servierte Mittagessen einnahmen, durch kleine Stops zur optimierung und reparatur verschiedener Trgesysteme. Entweder um das Tempo noch weiter zu senken oder als gnädige Ausdehnung der Pause für uns andere verlor David auch noch seinen heiß geliebten Hut samt Meutenhalstuch. Um diese zurückzuerhalten trat er den Rückweg an um, auf die Feuersalamander stoßend, seine Uttensilien von eben jenen ausgehändigt zu bekommen.
Immer noch unüberholt, wahrscheinlich durch die ungeplante Reiseroute, läuft es sich gut durch die Vororte von Varberg. In diesen Ort liefen wir hauptsächlich um einzukaufen und uns Karten zu besorgen. In der schnell gefunden Tourisinformation erhielten wir erstmals in Schweden die Gelegenheit undere Englischkenntnisse unter Beweis zu stellen. In selbiger Einrichtung erhielten wir unser erstes, sich später als nur beschränkt nutzbringend herausstellendes Kartenmaterial. Kaum hatten wir den kleinen Laden verlassen, eine kleine Mahlzeit eingenommen und einen minimalen Eindruck der schönen Varberger Altstadt gewonnen, trafen wir auf Felix, René und Damaris. Mit ihnen gingen wir das kurze Stück zur Varberger Festung, welche nostalgisch und recht grün Anmutete. Weiter ging es zur nun schon recht fortgeschrittenen Stunde die Strandpromenade entlang, an deren weiteren Verlauf wir die Differenz zwischen der subjektiven Wahrnehmung auf der Karte und der Realität recht intensiv erlebten. Letztendlich verließen wir Varberg entlang vieler Kreisverkehre mit dem Ziel Vare zu erreichen. Leider entsprach unere Vorstellung nicht der Realität und die physische Erreichbarkeit von Vare schien gegen null zu laufen. Schließlich schlugen wir unser Lager auf einer Weidefläche für Nutzvieh von niederer Inteligenz auf und bereiteten uns ein leckeres Abendessen aus Bohnen und Fleisch. Nach verschiedenen Diskusionen gingen wir dann recht zeitig schlafen.
Geweckt wurden wir von einer Horde Kühe, welche ausnahmslos dumm guckend um unser Zelt standen. in Rekordzeit bauten wir unser Zelt ab, wobei immer einige besonders freche Kühe unser Material interessanter als von uns für gut befunden fanden.
Als wir uns von der Weide geflüchtet hatten, trafen wir auf die Anwohner des Hauses nahe unseres Lagerplatzes. Sie berichteten uns von einer amüsanten Beobachtung, bei der eine Horde Pfadfinder und eine Horde Kühe eine zentrale Rolle spielten.
Tiefgründige gesellschaftliche Feststellung:
Schweden sind ein nettes, gastfreundliches und humorvolles Völkchen. Werden aber nur ungern gestört.
Tiefgründige psychologische Feststellung
Für einige der Anwesenden scheint es deprimierend einen Weg doppelt oder gar dreifach zu gehen.
Wir kamen am COOP-Forum in Varbeg an und belagerten eben jenes sachkundig. Dabei spielte vor allem eine Bank und ein daneben gelegener Mülleimer eine große Rolle.
Tiefgründige gesellschaftliche Feststellung
In Schweden sind Pfadfinder im allgemeinen eher gern gesehene Personen und werden bedeutend weniger mit ehemaligen Jugendgruppen vergangener Diktaturen unterschiedlicher politischer Gesinnung verwechselt.
Wir besetzten besagte Bank und einige von uns begaben sich in die Schlacht um gutes Essen zu billigen Preisen zu erstehen. Von uns entdeckt und rechtmäßig geowned wurden Wurst, Käse, Brot, Nudeln, Ketchup, und eine Melone. Nach Beendigung der Shoppingtour begannen wir mit lebenserhaltender Maßnahmen durch orale Nährstoffaufnahme in direkter Nähe zum Eingang des Supermarktes. Ebenfalls verwendeten wir den, aus Keramik gefertigten, hauseigenen, sanitären Erlebnisbereich zur Ausscheidung der Balaststoffe vorangegangener Nahrungsaufnahmen.
Nach der Beendigung selbiger Aktivitäten und dem Auffüllen der Wasservorräte machten wir uns auf den Weg in Richtung Dagsas an den Skärsjön. Dort fanden wir einen schönen Lagerplatz direkt am See. Wir bauten auf und chillten und übernachteten wir dort in Ruhe.
Der Morgen brachte schönes Wetter mit. Da es in der Nacht geregnet hatte und die Kothenbahnen demzufolge nass waren, kam uns das sehr entgegen. Das Wasser des Sees war herrlich warm und einige von uns nutzten diesen Umstand zum Vollzug körperhygienischer Maßnahmen. Nachdem wir unser Lager abgebaut hatten, begaben wir uns zu einer Hütte direkt am Weg. In dieser Hütte lebten die Besitzer des Waldstückes in dem wir übernachtet hatten. Als wir sie nach Wasser fragten, lud man uns freundlich ins Haus ein. Die Bewohner stellten sich sowohl als extrem gastfreundlich, als auch als sehr musikalisch herraus.Wir wurden mit Himbeeren und Milch bewirtet und sangen zusammen verschiedene Lieder. Außerdem erfuhren wir so einiges über unsere Gastgeber. Das Gehöft gehört der Familie schon seit über 100 Jahren. Außerdem umfasst die Familie mitlerweile etwa 1000 Mitgliederaber auf dem Hof können maximal 400 Leute unterkommen, so geschehen regelmäßig zu Weihnachten und vergleichbaren Festen.
Nach etwa einer Stunde verabschiedeten wir uns von den Bewohnern und brachen nach Tvääker auf um unsere Vorräte aufzufüllen. Einen Teil des Weges waren wir am vorangegangenen Tag schon entlanggelaufen. Trotzdem verpassten wir eine Einfahrt und liefen einen großen Umweg um Tvääker herum um dann von hinten in den Ort hinein zu laufen.
Der Laden selbst war schnell gefunden und wir schlugen uns den Bauch mit süßen schwedischen Brot voll. Auf diese Weise gesättigt und mit gefüllten Rucksäcken ging es dann weiter. Aus Tvääker führte eine Straße in Richtung Dagsòs. An dieser Straße fanden wir einen kleinen Berg auf den wir stiegen und unser Lager dort errichteten.
Winterlager im Bundeshof Teil 1
Unser Winterlager dieses Jahr ging in den Bundeshof in Birkenfelde. Der Bundeshof ist ein Vier-Seiten-Hof in Thüringen der von einem CPD’ler geerbt und der CPD übertragen wurde.
Birkenfelde selbst ist ein kleines Dorf mitten im Tal mit etwa 600 Einwohnern, einer Kirche und einem kleinen Laden. Es liegt mitten im katholischen Eichsfeld, was nahelegt das die Kirche katholisch ist.
Das Winterlager wurde ossi (Johannes) , joni (Jonathan) und Lucas vorbereitet. Leider konnte Lucas letztenendes nicht mit auf Fahrt gehen. Unser Führungsteam setzte sich aus den größeren zusammen
- David, für die betreuung der Wölflinge
- Basti, um die ganze Gruppe unter kontrolle zu behalten und wenn nötig auch mal irgendwo mit zu helfen (außerdem ist er der einzige der eine Außbildung zum Sozialassi macht)
- René, um allgemeine Aufgaben mit zu übernehmen
- Alex, eigentlich genau wie René
- ossi, für die Küche
- und joni, so ein bischen für alles und als Lagerleiter
Fahrtenbeginn war der 12.02.
Am Samstag in aller Frühe sammelte sich eine kleine Gruppe, bestehend aus Alex, René und joni am Bahnhof in Meissen. 06.18 Uhr ging unser Zug nach Coswig und von da dann nach Niederau wo wir uns alle 07.30 Uhr trafen. Nach einer kurzen Andacht und einer Ansprache von Ole stiegen wir fast in den falschen Zug. Der richtige Zug kam jedoch kurz danach und unter reichlich Chaos stürmten wir alle in das Fahrzeug.
Mit dem Zug ging es zunächst nach Leipzig (hbf), von da nach Halle (hbf), dann nach Leinefelde und nach Eichenberg. In Eichenberg erkannten wir unseren Anschlusszug nicht als solchen und mussten daher etwa zwei Stunden auf einem kalten zugigem Bahnsteig verbringen. Doch irgendwann kam ein Zug der in Uder hielt und wir konnten dem eisigem Griff von Eichenberg entkommen. Doch leider war Uder genau so kalt. In Uder gingen Alex und ich einkaufen und die anderen machten sich bereits auf den Weg nach Birkenfelde.
In Birkenfelde angekommen bezogen alle ihr Quartier. Die beiden Mädchen wurden in der Bibliothek unter gebracht, die Wölflinge und alle anderen Jüngeren bezogen den hinteren Raum und das Führungsteam machte es sich auf dem Dachboden gemüthlich. Schnell wurde für Verpflegung gesorgt so das alle satt und zufrieden und nach ein wen Gesang und einer kleinen Unterweisung in die Hofordnung gingen dann die meisten schlafen. Es war zwar noch eine ganze Weile recht laut aber irgendwann schliefen alle.
- Winterlager im Bundeshof Teil 1
Donnerstag
Donnerstag Vormittag wurde die eigentliche Planung ein wenig über den Haufen geworfen. Ursprünglich war geplant den Vormittag der Gestaltung eines “Bunten Abends” für den letzten Tag zu widmen. Dies wurde jedoch zugunsten des Arbeitseinsatzes, der eigentlich erst einen Tag später stattfinden sollte, verschoben. [Bild nicht gefunden]Demnach teilten wir uns nach dem Frühstück in gemischte Gruppen auf. Gruppe eins fuhr mit nach Limbach auf eine Baustelle im Gemeindehaus und half dort beim Entfernen des Fußbodens. Team zwei, in welchem ich Teamleiter war, begab sich in die benachbarte Holzwerkstatt. Dort gab es eine Menge kleiner Holzklötze zu schleifen, wachsen und auf Gewindestäbe zu fädeln. Diese Konstruktionen sollten dann als Heizungsabdeckung fungieren. Das dritte Team kümmerte sich um eine grundlegende Reinigung des Gebäudes.
Gegen Mittag waren alle Teams wieder beim Mittagessen versammelt und konnten eine Menge austauschen. Alex hatte erfolgreich ein Brecheisen zerlegt, Florian hatte sich an der Fräse geschnitten und auch viele andere kleine Vorfälle wurden proklamiert.
Zum Mittagessen waren auch alle Helfer, Angestellten und Brüder anwesend. Der Grund war das einer der Angestellten in den Ruhestand ging. Daher gab es auch ein ganz hervorragendes Festmahl. Jägerschnitzel. Alle ließen es sich schmecken.
Nach dem Essen ging es für uns Pfadfinder wieder raus in den Schnee. Dieses Mal stand die Schweigeprobe an. Mindestens drei Stunden Ruhe. In dieser Zeit sollte man sich eine Aufgabe oder Frage suchen und versuchen diese zu lösen. Ich selbst begann in dieser Zeit damit unsere “Sippenmemoiren” zu schreiben mit der ich immer noch beschäftigt bin. Es ist eine Chronik über alles was mir so zu unserer Sippe einfällt. [Bild nicht gefunden]
Ich selbst wählte mir während der Probe eine kleine Strecke die ich laufen wollte damit mir nicht zu kalt würde. Ich schlug den Weg nach Blankenstein ein und bog auf der Hälfte der Strecke auf das Feld ab. Dort steuerte ich auf ein kleines Wäldchen zu. Dieses bot Schutz vor dem kalten Wind. Dort begann ich dann zu schreiben. Nach einer Weile wurde mir jedoch zu kalt so das ich weitergehen musste. Nachdem ich eine kleine Weile wieder in Richtung Limbach gelaufen war, entdeckte ich eine riesige Schneewehe. Spontan beschloss ich dort eine Schneehöhle hinein zu graben. Gedacht, getan. Aus klein wurde immer größer und aus spät wurde zu spät. So kam es dann auch das ich eine halbe/dreiviertel Stunde zu spät zurück kam. Die anderen saßen schon wieder im Sitzkreis und redeten miteinander über das erlebte. Auch ich wurde nun von meinem Schweigegelübde entbunden und konnte wieder reden wie mir der Schnabel gewachsen war.
Nach dem Abendbrot stand ein wenig Geschichte auf dem Programm. Genauer gesagt haben wir uns den Film “Die Brücke” angesehen. Es geht um eine Gruppe Jugendlicher die so extrem von dem NS-Regime manipuliert sind das sie freiwillig in den Tod gehen. Ziemlich harter Film aber sehr gut.
Danach war nur noch die Abendwache und dann Zapfenstreich.
Mittwoch
Für den Mittwoch stand der Haik auf dem Plan. Ein Haik ist nichts anderes als eine Wanderung mit einer Länge von n Tagen.
Unser Haik hatte eine Länge von etwa einem halben Tag und eine Länge von ca. 14 Km Wegstrecke. Diese Strecke wurde jedoch durch eine sehr angenehme Pause welche abermals bei Johannes Großmutter eingelegt wurde unterbrochen.
Aber fangen wir in Limbach an. Start der Aktion war pünktlich 10.00 Uhr in Limbach. Von dort aus ging es mit leichtem Gepäck los in Richtung Birkenhain. Dort auf der Autobahnbrücke holten uns Die Uhus ein, welche strammen Schrittes nach Constappel zu Felix seinem Haus unterwegs waren. Wie kamen auf die Idee einen Freezemob zu machen bis Felix und Oling vorbei gegangen waren. Diese guckten sehr erstaunt als wir uns auf einmal nicht mehr bewegten. Leider gingen sie nicht vorbei und begannen Alex am Geländer der Autobahnbrücke fest zubinden. Darauf hin unfreezten wir wieder und begannen mit ihnen zusammen LKW-Fahrern zu zuwinken. Dabei ist eine sehr schöne Serie von Autobahnbildern entstanden. Da wir jedoch nicht zu spät bei Ossis Oma ankommen wollten gingen wir dann weiter. Zunächst ein wenig quer feldein bis zu einer Hügelkuppe auf der wir auf dem Hinweg pausiert hatten. Nachdem wir versucht hatten in der ortsansässigen Schneewehe eine Höhle zu bauen gingen wir weiter quer feldein in Richtung Sora. Von da aus dann eine zugeschneite Straße nach Röhrsdorf.
Bei Ossis Oma gab es “fettsche Nudln” wie Ossi meinte.[Bild nicht gefunden] Lecker waren sie wenngleich der eine oder andere sie mit Ketchup verschandelte. Nur zu schnell waren die Nudeln alle aber alle satt. Der Aufwasch wurde schnell erledigt und dann wurde Rommé gespielt. Nach ein paar Runden wurde auch eine Skatrunde eröffnet und es herrschte im allgemeinen eine recht gute Laune.
Leider war es irgendwann Zeit zum Aufbruch. Also hieß es raus in den Schnee und ab nach Wilsdruff. Der Weg dorthin war zwar nicht sehr lang aber wir hatten auch nicht mehr unendlich viel Zeit. Es reichte aber immer noch um den einen und anderen lustigen “Flashmob” zu machen. Irgendwer kam auf die Idee sich wenn ein Auto kommt am Straßenrand aufzustellen und nach hinten umfallen zu lassen. (Carbowl) In Limbach war dann Abendandacht und dann ging es wieder nach Limbach. Das Abendbrot war bei unserer Ankunft bereits aufgebaut so das wir umgehend zur Speisung der Pfadfinder kommen konnten. Als Abendprogramm stand wieder ein wenig singen an. Dieses Mal mit mehr Beteiligung der Sipplinge da diese sich mittlerweile mehr oder minder eingesungen hatten. Dennoch vielen nach der Abendwache alle in ihren wohlverdienten Nachtschlaf.
Dienstag
Der nächste Tag begann interessanterweise Bereits in der Nacht. Ich wurde aus meinem todesähnlichen etwa zweistündigen Schlaf. (Etwa von 2 – 4 Uhr) und ortete meine Position auf den Zentimeter genau auf ein Sofa im Speisesaal. Über mir erblickte ich Karin die mir recht klar zu verstehen gab das wir nach Wilsdruff zum Morgengebet gehen wollten. Daraus ergaben sich im Handumdrehen verschiedene Probleme. Erstens “Ich bin müde”, wohl keine sehr geistreiche Feststellung aber leider nur zu wahr und zweitens “Draußen ist es saukalt”. Leider war auch bei der zweiten der Wahrheitsgehalt umgekehrt konkurrent zur Genialität der Aussage. Mehr oder weniger wieder Willen schlich ich mich also zu meiner Jacke und meiner warmen Wattehose und während immer mehr verschlafen aussehende Pfadfinder die Treppe herunter gekrochen kamen versuchte ich meine Mütze,Handschuhe und Head zu finden. Als ich irgendwie alles an meinem Körper platziert hatte und auch keine Fehler an der Tragweise der einzelnen Kleidungsstücke feststellen konnte, versuchte ich meine Schuhe zu finden. Das gelang mir aber ohne große Mühe und ich platzierte mich draußen im Hof. Johannes und Jasmin wurden für die Wache vor Ort eingeteilt und wir anderen setzten uns in Richtung Jacobikirche in Bewegung. Zum Glück fühlte sich die Kälte nur in den ersten zehn Minuten aggressiv an. Danach wurde es dank körperinterner Bewegungsabläufe relativ warm. Leider wurden die beschriebenen Abläufe von der Geschwindigkeit der Gruppe behindert und es kam vermehrt, besonders bei mäßig isolierten Personen, zu Kälteeinbrüchen und damit verbundenen Motivationsschwankungen. Glücklicherweise erschien relativ bald die Jacobikirche in unserem Blickfeld.[Bild nicht gefunden] Unglücklicherweise jedoch hatten wir uns mit unserer Marschgeschwindigkeit dahingehen verkalkuliert als das wir etwa eine Viertelstunde vor den Brüdern an der Kirche waren. Aufgrund unserer lokalen Gebundenheit erschwerte sich auch jede Möglichkeit die allgemeine Motivation auf einem erträglichen Level zu halten. Auch die permanente Müdigkeit aller Beteiligten machte uns zu schaffen. Doch irgendwann erschien jemand mit einem Schlüssel um uns in die etwa -5°C warme Kirche zu lassen. Nachdem die Motivation während der Andacht auf den absoluten Nullpunkt oder mindestens zehn Punkte unten drunter gesunken war und Lukas eine starke blaue Färbung im Gesicht aufwies, entschied ich mich entgegen allen Ansagen mit einer kleinen Gruppe ein schnelleres Tempo anzuschlagen damit wir wieder ein wenig auftauen konnten. Dies wurde jedoch von der Lagerleitung sehr negativ aufgefasst. Wieder zurück im Lager gab es zunächst eine kleine Mütze Schlaf und nach einer kleinen Predigt von Oling endlich Frühstück.
Nach dem Frühstück starteten sofort die Vorbereitungen für das Mittagessen. Nicht das wir nichts besseres zu tun hätten als Essen aber dieses Mahl sollte über dem Lagerfeuer zubereitet werden und das erforderte einige Vorbereitung. Zunächst einmal musste jede Sippe einen Schlachtplan aufstellen welche der vorhandenen Lebensmittel von ihnen angefordert wurden. Wir entschieden uns (bzw. wurden entschieden) für Reis mit Erbsen dazu Buletten. Das Schwierigste würde wohl sein den Reis ordentlich zu kochen und abzugießen. Einige von uns bereiteten die Buletten vor, holten Wasser und alles was sonst noch so nötig war, die anderen machten schon mal immer das Feuer an. Bei uns brannte das Feuer recht schnell. Die Feuersalamander und Boselluchse hatten zunächst einige Startschwierigkeiten. Ihre Feuer qualmten mehr als das sie warm wurden. Doch mit ein wenig fachkundiger Hilfe gelang auch ihnen ein ordentliches Feuer anzuwerfen. Wir hingen also unseren Topf mit dem Reis über das Feuer und einer wurde immer abgestellt um im Topf zu rühren damit nichts anbrannte. Während dieser rührenden Tragödie brieten wir im Deckel des Topfes die Buletten. [Bild nicht gefunden] Das ging alles recht gut und mit wenigen Verlusten an Ressourcen. Das Feuer war nur so heiß das man sich nicht sehr lange in dessen Nähe aufhalten konnte. Die Buletten wurden weniger gebraten sondern vielmehr frittiert. Nach Fertigstellung unserer Mahlzeit wurden alle Domfalken, Chrassowölfe, Uhus und Rauchschwalben zusammengeholt und es wurde schnell alles gegessen ehe es so kalt wurde wie die winterliche Umgebung. Danach wurde Aufgeräumt und als dann alle mit Essen fertig waren noch ein wenig besprochen wie den der Nachmittag zu gestalten wäre. Eigentlich war ein Geländespiel angesetzt. Dieses wurde jedoch zugunsten eines Liederbücherschreibenachmittag abgesagt. Also wurde es ein gemütlicher Nachmittag mit vielen Gesprächen, Liedertexten und auch so manchem gesungenen Wort.
Das Abendessen wurde jedoch ganz planmäßig eingenommen. Danach war ein kleiner Lagerfeuer-Geschichtenerzählabend geplant. Aber da niemand etwas davon zu wissen schien verkrochen sich alle ins warme Haus um dort weiter zu machen wo sie vor dem Abendbrot aufgehört hatten. Das Lagerfeuer war dennoch sehr schön. [Bild nicht gefunden] Später am Abend wurde noch die Abendwache gehalten und die Wachhabenden für die Nacht eingeteilt. Danach gingen viele von uns schlafen weil alle sehr müde waren.
Montag
Mein Schlaf war aber nicht von langer Dauer, da ich am nächsten Morgen bereits um fünf wieder geweckt wurde. Nachtwache. Halb Tod vor Müdigkeit kam ich aus meinem Schlafsack gekrochen. Nick stand unten schon auf der Matte. Besser gesagt er versuchte sich aufrecht zu halten und kämpfte allem Anschein nach gegen den Sekundenschlaf. Als es endlich 7.00 Uhr war und ich meine Andacht leidlich vorbereitet hatte weckten wir alle Schläfer. Dabei spielte der Blitz der Kamera eine zentrale Rolle. Nach einer Weile waren dann alle wach und mit einer Verspätung innerhalb des Akademischen Viertels konnte ich mit der Morgenwache starten und kurz darauf mit dem Frühstück. Mit zwei Stunden Schlaf sahen Lukas und ich mit Abstand am übermüdetsten aus wirkten aber am lebendigsten da wir uns hauptsächlich ausgelassen über die amüsanten Liedtexte der letzten Nacht unterhielten und damit permanent mit Lachen beschäftigt waren (Man sollte erwähnen das wir unser gesamtes Liederbuch auf Sächsisch gesungen hatten).
Die erste Lehreinheit bestand aus einer Lektion Lagerbau kombiniert mit dem Feldversuchen “Wie viele Kothen kann ich an ein Seil hängen” und “Wie halte ich meine Sippe am besten beieinander”. Letzterer wurde von den unterschiedlichen Sippenführern mehr oder minder mit Bravour gemeistert. Ersteres brachte das Ergebnis zwei. Es gestaltete sich schwieriger als erwartet alle drei Kothen aufzustellen. Besonders die Feuersalamander hatten einige Konflikte mit ihrem Zeitplan. Wie zu erwarten war stand die Kothe von uns als erstes. Das Besondere an unserer war einmal das sie an einer Art Oberleitung hing und außerdem zum Ufo mutiert war. Letzteres bedeutet das wir sonst immer Kothe mit Randstreifen aufgebaut hatten und dieses mal wieder lange Abspannleinen verwendet hatten. Das hatte zur Folge das unsere Kothe etwa 20 Zentimeter über dem Erdboden schwebte. Die Boselluchse schafften es unter sachkundiger Anleitung und mit viel Motivation seitens Dara ihrer Sippenführerin auch relativ schnell ihre Kothe aufzubauen. Diese ähnelte zwar eher einem russischen Windei aber sie fiel nicht von alleine in sich zusammen und es passten mehr als drei Personen zur gleichen Zeit ins Innere. Mit einiger Wartezeit konnte man dann auch die Kothe der Feuersalamander begutachten. Diese ähnelte weit mehr einer Kothe als die beiden anderen zusammen. Wenn wir es jemals schaffen wollen eine Kothe in weniger als 15 Minuten aufzubauen sollten wir noch ein wenig üben. Vor allem an der Selbstständigkeit beim Aufbau. Wobei hier ausdrücklich gemeint ist das man selbst und ständig mitdenkt.[Bild nicht gefunden]
Nachdem wir nun alle Kothen in voller Größe und je nach dem auch Schönheit begutachten konnten, begannen wir mit dem Aufbau der Hochkochstelle. Dazu zerlegten wir erst einmal Fachgerecht alle vorhandenen Holzvorräte in die benötigten Längen. Hauptsächlich ging es darum die drei Meter langen Stücken zum größten Teil zu halbieren und die anderen so zu lassen wie sie waren. Das ging recht gut. Vor allem Zweitens stellte fast kein Problem dar. [Bild nicht gefunden]Wesentlich schwerer gestaltete es sich die entstandenen Stangen zu einer Kochstelle zu vereinigen. Zunächst wurde aus sechs stabilen 1,5m-Stangen und zwei noch stabileren 3m-Stangen ein Grundgerüst hergestellt. Dabei bot sich die Gelegenheit für einige Neulinge den Kreuzbund kennenzulernen und auch anzuwenden. Gegen zwölf Uhr stand die Hochkochstelle erwartungsgemäß immer noch nicht, dafür aber das Mittagessen auf dem Tisch. Daher legten wir eine Arbeitspause ein und versammelten uns am Tisch. Dort wurde erst einmal Kriegsrat gehalten wie man weiter verfahren wolle. Zunächst einmal einigte man sich auf eine kleine Mittagspause da einige der Anwesenden einen recht erschöpften Eindruck machten. Danach wollte man sich ein wenig aufteilen. Einige sollten weiter an der Kochstelle arbeiten, andere sollten den Flaggenmast aufstellen und Lukas und ich sollten schon mal immer den nächsten Punkt auf dem Tagesplan vorbereiten gehen. Also machten wir uns alle an unsere Aufgaben. Beim Aufstellen des Mast gab es unterschiedlichste Schwierigkeiten. Ebenso beim Bau der Kochstelle. Einzig Lukas und ich kamen ohne größere Zwischenfälle im blankensteiner Wald an. Dort begannen dann unsere Probleme. Zunächst einmal die schwere Frage: “Was machen wir hier überhaupt?”. Als wir diese mehr oder minder gelöst hatten ergab sich automatisch die Frage: “Wie machen wir das hier?”. Nun geplant war den Neulingen das überqueren von Hindernissen näher zubringen. Ob ein Baum als Hindernis zählt, darüber darf man sich eindeutig streiten aber davon unbeeindruckt begannen wir unser gesamtes Seilmaterial gleichmäßig an den umliegenden Bäumen zu verteilen. Genauer gesagt spannten wir ein Seil quer über ein kleines Tal, ein anderes hingen wir an einen Ast und banden das andere an einen Baumstamm so das es leicht schräg hing und das dritte hingen wir an einen weit oben hängenden Ast. Damit hatten wir drei Stationen für drei geplante Gruppen was uns logisch erschien, nur letztendlich in der Durchführung schief ging. Die Gruppeneinteiler hatten irgendwie einen Zahlendreher und es wurden vier Gruppen statt dreien eingeteilt. Dieser Fehler lies sich zum Glück nicht wieder rückgängig machen und wir entschieden uns für das ultimative Chaos.[Bild nicht gefunden] Vier Gruppen und drei Stationen brachten allen eine ganze Menge Spaß. Aber da die Gruppen sich beim Wechsel der Stationen ohnehin mehr und mehr auflösten und jeder an der Station blieb an der er am meisten Gefallen fand, löste dieses Problem sich in klassischer Manier von selbst. Bevor es jedoch wieder nach Limbach ging gab es noch eine kleine Gruppenaufgabe für alle. In einem gewissen Gelände musste ein roter Wimpel gefunden werden. Diese Aufgabe wurde in einer sagenhaften Bravour gelöst. Gar nicht. Es war bereits zu dunkel um den Wimpel überhaupt noch zu sehen selbst wenn man genau wusste wo er war. Demnach wurde das ganze abgeblasen und alle bewegten sich wieder in Richtung Limbach. Lukas und ich sammelten noch schnell die Seile und den Wimpel ein und kamen dann hinterher gerannt. Etwa auf der Hälfte der Strecke holten wir den Trupp ein.
Als alle wieder im Lager waren gab es Abendbrot. Doch auch danach war noch für einige Anstrengung gesorgt. Nun hieß es “Singe wem Gesang gegeben”. Philo studierte mit uns einige Lieder ein. Die genauen Lieder habe ich gerade nicht im Kopf. Auch die Anzahl ist mir entfallen. Vielleicht könnte das mit der hart zuschlagenden Müdigkeit zu tun haben die zu diesem Zeitpunkt auftrat. Ich erinnere mich aber immer noch an wunderschöne Soloeinlagen seitens Philo.
Nachdem alle fertig waren mit singen war Ossi mit seiner Abendwache dran. Aus unerfindlichen Gründen war ich danach wieder komplett munter. Das hatte zur Folge das ich diese Nacht wieder mit Lukas und seiner Gitarre verbrachte. Und wieder sangen wir alle anwesenden Liederbücher rauf und runter. Allerdings schlief ich in dieser Nacht etwa zwei Stunden recht bequem auf einem Sofa im Speisesaal.
Der Hinweg mit all seinen Raffinessen
Treff war Sonntag um 10.00 Uhr in der Bahnhofsstraße. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung waren alle eingetroffen und bereit. Zu Beginn gab es eine kleine Andacht von Oling. Soweit ich mich entsinne ging es dabei um Eis und die Beziehung zwischen Menschen und zwischen den Mitgliedern unserer Siedlung. So konnten wir etwa viertel vor elf endlich aufbrechen. Wir Domfalken starteten als erstes da wir als erste 100% Startbereit waren. Unser Weg führte uns zunächst wieder über die alte Brücke und dann an den Elbradweg entlang bis zur Rehbockschänke. Dort bogen wir dann in das Rebocktal ein. Am Waldeingang machten wir unsere erste Pause. Ein wenig Tee, die Kamera auspacken und schon ging es weiter, immerhin hatten wir einen wichtigen Termin zu halten. Das Tal hinauf war anstrengender als erwartet. Es war sehr glatt und die Rucksäcke machten sich nach der ersten Stunde langsam bemerkbar. Zumal ich vorne noch eine Gitarre hängen hatte. Doch nach einer Weile erreichten wir unseren weiterführenden Weg und bogen aus dem Tal aus. Richtung Röhrsdorf. Es ging zwar immer noch bergauf aber man gewöhnte sich langsam an die Lasten und es ging leichter zu Laufen. Durch Batzdorf durch und weiter bergauf nach Reichenbach. In Reichenbach wurde ein Blick auf die Uhr riskiert welcher uns lehrte das wir zu gut im Zeitplan liegen. Daher wurde spontan eine Pause eingeschoben um ein wenig Zeit zu verlieren. Man wollte schließlich den Termin so exakt wie möglich wahrnehmen. Und bei dieser Art von Termin kommt man besser auf die Minute genau da man sonst nur im Weg steht. Schließlich setzte sich der Trupp wieder in Bewegung. Von Reichenbach ging es über Naustadt nach Röhrsdorf. Direkt am Ortseingang gab es noch eine kleine Belehrung wie man sich bei unserem Termin zu verhalten habe. Dann ging es Schnurstracks zum Treffpunkt.
[Bild nicht gefunden]Unser Termin bestand aus einem Besuch bei der Oma von Ossi. Diese hatte ein schmackhaftes Kaffetrinken auf die Beine gestellt. Es gab reichlich Schneewittchenkuchen, Streuselkuchen, belegte Brötchen und Kaffee. Wir schlugen uns die Bäuche voll und als wir alle voll gefressen in unseren Stühlen hingen kamen die Karten auf den Tisch. Und wärend die Wanderkarten unten am Hacken hingen wurden die Romékarten wie wild auf dem Tisch verteilt. Mittlerweile sollten alle aus unserer Sippe Romé spielen können. Vielleicht nicht perfekt aber zumindest die Grundlagen sind nun allen geläufig. Damit steht weiteren Kartenspielen nichts mehr im Wege. Wir hatten ein kleines Gastgeschenk mitgebracht. Eine Packung Kaffee und ein paar kleine Praline. Doch irgendwann mussten wir weiter um unseren nächsten Termin einzuhalten. Schließlich mussten wir noch nach Limbach. Also brachen wie auf. Wieder einen Hügel hoch und durch ein Wäldchen. Dann etwa auf einer Straße lang. Genau kann man nicht sagen ob wir auf der Straße waren da diese unter einer Schneedecke verschwunden war und bündig mit dem Feld abschloss. Interessant war auch das mitten in der weisen Fläche aufragende Schild. Wir vermuten das an dieser Stelle die Straße verlief. Wir kamen alle mehr oder minder unbeschadet in Sora an und entschieden uns querfeldein über das Feld zu hechten in der Hoffnung den nächsten Weg zu finden. Das war aber sehr leicht da dieser mit Bäumen markiert war. Wir folgten diesem zunächst bis zu einem Hügel. Dort zelebrierten wir wieder eine kurze Pause um danach über Birkenhein in Limbach einzumarschieren und im Rittergut unser Lager zu beziehen. Bereits vor uns angekommen waren die Uhus und die Boselluchse. Lediglich die Feuersalamander unter Froschs Leitung wurden noch vermisst. Als sie nach etwa einer Stunde immer noch nicht eingetroffen waren hatte sich bereits eine leichte Panik über ihren Verbleib ausgebreitet. Doch nach nicht allzu langem weiteren Warten erblickte man eine müde Schar mit viel zu großen Rücksäcken durch die Tür kommen und beinahe Tod umfallen. Sie schienen es fürs erste überlebt zu haben. Also konnte es endlich Abendbrot geben. Nach dem Abendbrot gab es noch eine Andacht von einer sehr nervösen Dara (solltest du das lesen, Dara, deine Andacht war super) und danach fiel der Großteil der Anwesenden in tiefen Schlaf. Nur einige besonders Hartnäckige hielten die Stellung und schmetterten mit Lukas und mir noch einige Lieder. Ich selbst ging erst gegen drei ins Bett. Die Nachtwache musste jedoch noch aushalten.[Bild nicht gefunden]
- Der Hinweg mit all seinen Raffinessen
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- Mittwoch
- Donnerstag
Winterferien
Hier der Pressebericht von Ole vom Winterlager 2010 in Limbach.
Von Oling (Pressemitteilung Winterlager)
Am Wochenende kehrten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Meißner
Siedlung der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands erschöpft und froh
nach Meißen zurück. Eine Woche zuvor waren mehr als 20 von ihnen auf
Schusters Rappen und mit gefüllten Rucksäcken in Meißen zum Rittergut
Limbach aufgebrochen, um dort eine Ferienwoche zu verbringen. Das kostete
den einzelnen einen Fahrtenbeitrag von 45,00 Euro. Die „Fahrt“, wie die
Pfadfinder ihre Wanderungen nennen, war die erste große Herausforderung für
die jüngeren Pfadfindergruppen. Als erste trafen die Mädchen von der Sippe
„Bosel-Luchse“ mit ihrer Sippenführerin Daniela Rathsmann nach 20 km
Wanderung in Limbach ein. Aber auch die Jungs standen den Anmarsch gut
durch. Wer sich entscheidet, Pfadfinder zu werden, der will auch seine
Grenzen ausloten. So bietet die Meißner Christliche Pfadfinderschaft eine
sinnvolle Alternative zum „Abhängen“ und zum Unterhaltungskonsum.
Schließlich sollen junge Leute heraus in die Natur geführt werden. Dieses Ziel
wurde während des Winterlagers in Limbach auch eingelöst. Die
Pfadfinderinnen und Pfadfinder gestalteten für sich eine erlebnisreiche
Ferienwoche. So mußte das Zeltlager aufgeschlagen und das Kochen über‘m
offenen Feuer geübt werden. Es galt, die Nachtwachen durchzustehen. Es gab
einen „Hajk“, also eine Tageswanderung, die die einzelnen Sippen selbst
gestalteten, um die schöne winterliche Umgebung Wilsdruffs und das
Triebischtal zu erkunden. Der Sippenführer der „Domfalken“, Joni Günz,
veranstaltete einen Kletter- und Hangelparcour, der den Mädchen und Jungen
einiges abverlangte. Und an einem Tag ging um 4.00 Uhr morgens im Licht der
Sterne die ganze Gruppe los, um in der Wilsdruffer Jacobi-Kirche das
Morgengebet der Christusträger-Brüder mitzuerleben. Es wurde getobt und
gespielt. Bewegung und warme Sachen waren dabei nötig, immerhin lagen die
Temperaturen bis zu 6 Grad unter Null! Aber auch ernste Themen kamen
dran. So leisteten die Pfadfinder einen halben Tag lang einen Arbeitseinsatz
für das Rittergut, das ja von der gemeinnützigen Stiftung „Leben und Arbeit“
getragen wird. Donnerstagabend beschäftigten sich die Fahrtteilnehmer dann
mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Bis in die Nacht wurde
über die Verführbarkeit der Menschen, besonders auch der Jugend, in der
Nazi-Zeit gesprochen und darüber diskutiert. Tags darauf berieten die
Pfadfinderinnen und Pfadfinder über den zukünftigen Namen der
Pfadfindersiedlung in Meißen. Pfadfinder Felix Lembcke aus Constappel hatte
dazu Vorschläge vorbereitet. Ausführlich stellte er anhand zeitgenössischer
Quellen den früheren Pfarrer der Wilsdruffer Nicolai-Kirchgemeinde vor, Paul
Richter (21. Juli 1894 bis 13. August 1942). Der hatte klar gegen die Nazi-
Herrschaft Stellung bezogen und starb im KZ Dachau. Auch der ehemalige
Meißner Superintendent Herbert Böhme, der auf eine kampflose Übergabe
Meißens an die Rote Armee 1945 hingewirkt hatte, war im Gespräch. Letztlich
überzeugte die jungen Pfadfinder aber der von Wahrhaftigkeit und selbstloser
Nächstenliebe geprägte Lebenslauf des Pfarrers Paul Richter. Mit großer
Mehrheit entschieden sie sich für ihn als Namenspatron ihrer
Pfadfindersiedlung, die nun „Siedlung Paul Richter der Christlichen
Pfadfinderschaft Deutschlands“ heißen soll. Damit setzten sie ein deutliches
Signal für einen verantwortungsbewußten Umgang mit unserer Vergangenheit,
gegen das Vergessen und gegen neue rechte Abwege. Eine schöne
selbstgestaltete Feier mit stimmungsvollem Gesang zur Gitarre und Theater-
Sketchen begabter Teilnehmer bildete den Abschluß der Fahrt. Dann hieß es,
alles wieder abbauen und den Rückmarsch nach Meißen antreten. So mancher
Pfadfinder hatte da schon mit sich und dem Gepäck zu kämpfen. Besonders
die Jungs der Sippe „Feuersalamander“ mit ihrem Sippenführer Daniel Huber
halfen ihren jüngeren Mitgliedern tatkräftig. Im Durchschnitt hatten die
Mädchen und Jungen während der Winterfahrt 75 km zu Fuß zurückgelegt.
Hinter den Teilnehmern lag eine Woche voller Aktivitäten. Viele können mit
dem guten Gefühl zurückblicken, Freunde getroffen, Herausforderungen
angenommen und ungewöhnliche Anstrengungen bestanden zu haben. Nun
laufen schon die Planungen für die große 2-wöchige Sommerfahrt. Sie soll
möglichst nicht mehr als 100 Euro pro Pfadfinder kosten und an der Garder
See in Mecklenburg führen. (Kontakt: wöchentliche Sippenstunden ab 11
Jahre, Mädchen freitags, 15.00 Uhr, Jungen mittwochs 16.00 Uhr, Bahnhofstr.
2 in Meißen; „Wölflings-Treffen“ für Kinder ab 6 Montags, 17.00 Uhr im
Kinder- und Jugendhaus KAFF, Wilhelm-Walkoff-Platz in Meißen – Tel.:
03521-41190)
Neulinge im Friedewald
Part 2 der Neulingsausbildung fand im Friedewald bei Niederau statt. Genauer gesagt auf dem Großteich. Start der ganzen Aktion war gegen acht Uhr am Gelände. Wir vom Org-Team haben als erstes alles was wir benötigten in den Bus geladen. Nach und nach trafen dann auch alle Läufer ein. Das Org-Team bestand aus uns Domfalken, den Crassos, Ole, Gery und Silvia. Läufer waren die Boselluchse und die Feuersalamander. Als alle da waren gab es eine kurze Andacht und dann die Einweisung mit Ansage wann und wo wir uns wieder treffen. Dann sind die Feuersalamander und die Boselluchse losgelaufen und wir wurden mit dem Bus in den Wald gefahren. Als wir dort waren haben wir uns die Ausrüstung geschnappt und sind los zum Treffpunkt gelaufen. Gery ist mit dem Bus wieder zurück. Durch den frischen Schnee ging es erst etwa einen halben Kilometer in den Wald rein und dann an einem Bachlauf durch einen teilweise eingefrorenen Sumpf zum See. Dort angekommen haben wir es uns erstmal gemütlich gemacht. Da wir selbst nach dem ursprünglichen Zeitplan noch reichlich Zeit hatten fingen wir erstmal an Nudeln zu kochen. Rene, Hans und ich sind dann losgegangen um eine Spur aus Waldläuferzeichen vom Waldrand zum Lager zu legen. Unterwegs trafen wir Ole der gerade mit dem Bus durch den Wald fuhr auf der Suche nach unserem Lager. Wir beschrieben ihm den Weg und gingen weiter. Am Waldrand wollten wir uns dann verstecken um den beiden Sippen hinterher zu schleichen. Leider kamen die aber nicht und nach einer Weile im Schnee wurde uns kalt so das wir wieder zurück gingen. Als wir wieder beim Lager waren gab es eine Überraschung. Die Nudeln waren bereits restlos alle und das Lager sah aus als wären wir Tage lang weg gewesen. Also wurde eine spontane schnelle Aufräumaktion angeordnet mit dem Ergebnis eines halbwegs ordentlichen Lager. Kurz danach traf mit etwa einer Stunde Verspätung die Sippe der Feuersalamander ein. Nach etwa einer weiteren komplizierten Stunde trafen dann auch die Boselluchse ein. Demnach konnte es endlich losgehen. Eigentlich sollten alle Stationen im Wald verteilt werden was dann aber kurzfristig und spontan geändert wurde. Geplant waren fünf Stationen, gewesen sind es letztendlich vier. Das war auf mangelnde Beteiligung seitens der Crassowölfe zurückzuführen. Doch auch ohne die Erste Hilfe Station reichte die Länge des Laufes aus. Außer Erste Hilfe gab es noch Knoten und Bünde, Bibel, Spiel und Orientierung. Ich war mit Alex und Joschka bei der Spielestation. Wir hatten einen Saure-Gurken-Parkour bei dem man immer die saure Gurke erreichen musste. Beim Level eins war eine Gurke versteckt und musste gefunden werden. Im zweiten Level gab es drei Felder und unter einem lag die Gurke. Man hatte eines der Felder zu wählen und die Gurke zu finden. Das dritte Level bestand darin Alex eine Gurke von seinem Hut zu ziehen. Alex saß mit verbundenen Augen da und warf mit Schneebällen und wer getroffen war flog raus. Level vier war eine Gurke die von einem Baum gepflückt werden musst. Hier gab es eine Zusatzgurke die an einem Seil das zwischen zwei Bäumen gespannt war hing so das man dorthin hangeln musste. Im letzten Level hing ein Seil an einem Ast an dem man hoch klettern und die auf halber Höhe hängende Gurke holen sollte. Nachdem die Läufer alle Stationen gemeistert hatten trafen wir uns alle wieder um zusammen zu einem mit Ole vereinbarten Punkt zu gehen. Dort angekommen gab es dann noch einen großen Topf Chilli con Carne. Als alle aufgegessen hatten und auch der Nachtisch vernichtend geschlagen wurde trafen wir uns noch einmal in einem Abschlusskreis. Einige von uns fuhren dann mit dem Bus zurück und alle die wollten liefen wieder nach Meissen. Zusammen mit Dara, Falko, Basti, Joschka und einigen anderen bin ich dann zurück gelaufen und halb Tod in der Bahnhofsstraße eingetroffen. Dort waren noch ein paar der Busfahrer. Die Reste wurden noch vertilgt und dann gingen alle nach Hause.



