Stamm Paul Richter

Zeit zu handeln

Diesen Sommer ist Bundeslager in Beilstein.

Das Bundeslager 2016 steht an. Überall in Deutschland bereiten sich Stämme, Siedlungen und Neuanfänge auf dieses Ereignis vor. Der ganze Bund wird zusammenkommen und spielen, singen und sich gegenseitig kennenlernen. So auch der Stamm Paul Richter.

Der Stamm Paul Richter

Der Neuanfang Meißen der CPD wurde 2005 auf Initiative des evangelischen Chri­stusträger-Bruders Siegbert Stocker ins Leben gerufen. Er führte und prägte den Neuanfang bis zum März 2009, dann ging er im Auftrag seines Ordens nach Kabul, um dort junge Menschen auszubilden. Seitdem wuchs die Mitgliederzahl von 16 auf über 50 und aus zwei Sippen wurden fünf, die Älteren-Sippe Uhu und die Wölf­lingsmeute „Sioni-Wölfe“ mit dem gelben und dem blauen Rudel. Im November 2009 wurde der Neuanfang Meißen als „Siedlung“ von der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands anerkannt. Seit 2009 hat die Siedlung einen eigenen Sippenraum (bahnhofstr. 2 in Meißen), eine Rüstkammer und ein eigenes zentral in Meißen gele­genes Gelände, das Basislager (Weinberggasse, Meißen). Die Meißner Pfadfinder entschlossen sich im Februar 2010 auf ihrem Winterlager mit großer Mehrheit, ihre Siedlung „Paul Richter“ zu nennen.

Zum Bundesfeuer 2015 wurde die Siedlung Paul Richter zum Stamm erhoben. Den Name und das Abzeichen wurde dabei beibehalten.

Paul Richter

Die CPD-Siedlung „Paul Richter“ Meißen führt ein Siedlungsabzeichen in den Farben der Stadtfahne (Schwarz-Gold-Rot). Das Siedlungsabzeichen zeigt den Meißner Dom, über dem ein Turmfalke fliegt, der die Gründungssippe der Siedlung symbolisiert.

Der Namensgeber der Meißner Pfadfindersiedlung sollte durch sein Leben ein Beispiel für uns geben. Es kam den Meißnern nicht auf dessen „Berühmtheit“ an. Bei der Na­menssuche stießen die Pfadfinder auf den aufrechten Pfarrer Paul Richter aus Wils­druff, der den Nationalsozialisten die Stirn bot. Das bezahlte er mit sei­nem Leben.

Paul Richter wurde am 21. Juli 1894 in Kaitz bei Dresden geboren. Er war evangelisch-lutherischer Pfarrer und leistete aktiven Widerstand gegen den National­sozialismus. Zu Ostern 1928 begann Richter seinen Dienst als Pfarrer an der St. Nicolaikir­che in Wilsdruff. Seine Arbeit war von Aufrichtigkeit und sozialem Engagement geprägt. Obwohl selbst nicht auf Rosen gebettet, gab er noch Ärmeren bereitwillig ab. Nach der Machtergreifung der NSDAP 1933 paßte er sich nicht der Nazi-Diktatur an. Von Anfang an gehörte er dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche an. Er widersetzte sich energisch der Vereinnahmung der Kirche durch das Regime. Er wendete sich gegen den Rassenwahn und das Führerprinzip, die auch in der evangelischen Kir­che Fuß gefaßt hat­ten. Den Tod fand er nach einer Denunziation viel zu früh am 13. August 1942 im Konzentrationslager Dachau. Die Meißner Pfadfinder finden es vorbildlich, wie dieser einfache und glaubensfeste Mann der Gewalt einer mörderischen Diktatur entgegentrat.